Herodes von Chalkis

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Der heilige Judas Thaddäus (Gemälde von Georges de La Tour)
In zweiter Ehe ist er verheiratet mit seiner Nichte Berenike, die als erst 13-jähriges Mädchen 41 n. Chr. mit Marcus Iulius Alexander, dem Sohn des alexandrinischen Alabarchen Tiberius Iulius Alexander, verheiratet worden ist. Es besteht also ein enges Verwandtschaftsverhältnis zwischen den Juden in Alexandria und ihm. Sein Name: Herodes von Chalkis.

Herodes von Chalkis (* um 12 v. Chr.; † 48 n. Chr.) ist ein Enkel des jüdischen Königs Herodes des Grossen. Er regiert von 44 bis 48 n. Chr. das Königreich Chalkis. Der Vater des Herodes von Chalkis ist der jüdische Prinz Aristobulos, ein Sohn von Herodes dem Grossen und dessen zweiter Ehefrau, der makkabäischen Prinzessin Mariamne. Mariamne († 29 v. Chr.) und ihr Sohn Aristobulos († 7 v. Chr.) wurden beide von Herodes dem Grossen (wegen angeblicher ehelicher Untreue bzw. Verwicklung in Umsturzpläne) hingerichtet.

Die Mutter des Herodes von Chalkis und Gattin des unglücklichen Herodes-Sohnes Aristobulos ist Berenike, eine Tochter von Salome, der am herodianischen Königshof sehr einflussreichen Schwester Herodes des Grossen, und ihres zweiten Ehemannes Kostobaros.

Aus der Ehe von Aristobulos und Berenike gehen ausser Herodes von Chalkis auch seine Geschwister Agrippa, Aristobulos, Mariamne und Herodias hervor. Sein Bruder Agrippa wird später als Herodes Agrippa I. König von Judäa (37-44 n. Chr.).

Herodes von Chalkis ist in erster Ehe verheiratet mit Mariamne, der Tochter des Joseph und der Olympias. Joseph ist der Sohn des 38 v. Chr. im Krieg gefallenen Herodes-Bruders Joseph. Olympias ist eine Tochter Herodes des Grossen aus seiner Ehe mit der Samaritanerin Malthake. Aus der Ehe des Herodes von Chalkis mit Mariamne geht ein Sohn hervor, der nach seinem Grossvater «Aristobulos» genannt wird. Er wird später König von Kleinarmenien.

Auf die Fürbitte seines Bruders Agrippa I., mit dem er offenbar sein Leben lang in guten Beziehungen steht, erhält Herodes 44 n. Chr. vom römischen Kaiser Claudius die Herrschaft über das in den Libanon-Bergen gelegene Fürstentum Chalkis verliehen. Eine der ersten Massnahmen des Herodes von Chalkis ist es, wie der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet, Silas, den früheren Armeechef und Gefährten seines Bruders Agrippa I., der aber bereits bei diesem wegen seiner allzu grossen Ungezwungenheit der Rede in Ungnade gefallen und von ihm ins Gefängnis gesteckt worden ist, hinrichten zu lassen. Herodes von Chalkis gilt im Vergleich mit seinem Bruder Agrippa I. als strenger Herrscher, der härter gegen Unruhestifter vorgeht.

Auf seine Bitte hin erhält Herodes von Chalkis von Kaiser Claudius nach dem Tod seines Bruders Agrippa I. aus dessen Erbe die Verfügungsrechte über den Tempel in Jerusalem. Diese umfassen insbesondere das Recht, die Hohepriester zu ernennen, und beinhalten ausserdem die Kontrolle über die hohepriesterlichen Prachtgewänder sowie über die Verwaltung des Tempelschatzes (der – nach heutigen Begriffen – ein Milliardenvermögen darstellt).

Ist Herodes von Chalkis identisch mit dem Apostel Judas Thaddäus?

In der Bibel und in den ausserbiblischen Schriften gibt es mehrere Personen mit den Namen Judas und Thaddäus. Die Auffassung, dass es sich um zwei verschiedene Personen handelt, lässt sich begründen: Nach dem Tod des Herodes von Chalkis fällt sein Königreich an Herodes Agrippa II., den Sohn seines Bruders Agrippa I. Dieser ist beim Tod seines Vaters 44 n. Chr. noch zu jung, um dessen Nachfolge in dem unruhigen Judäa anzutreten. Judäa wird in der Folge in eine römische Provinz umgewandelt und der direkten Herrschaft römischer Prokuratoren unterstellt. Der Königssohn Herodes Agrippa II. wird damit abgefunden, dass er nach 48 n. Chr. das Königreich seines verstorbenen Onkels erhält. Aristobulos, der Sohn des Herodes von Chalkis, heiratet später die berüchtigte Salome (deren jugendlicher Schleiertanz angeblich für den Tod Johannes des Täufers verantwortlich sein soll). Er wird 54 n. Chr. vom römischen Kaiser Nero zum König von Kleinarmenien (Armenia minor), einem weiteren römischen Klientelkönigreich, ernannt.