Die ägyptische Weihnachtsgeschichte

image-8626100-Die_Weihnachtsgeschichte.jpg
Isis ist die Schwester und Gemahlin des Osiris. Von diesem empfängt sie Horus als Sohn, den sie in der Einsamkeit der Nilsümpfe, versteckt vor dem Gott Seth, zur Welt bringt. Den Ägyptern gilt sie als „Gottesmutter”. Über die Ptolemäer kommt der römische Kulturkreis in Kontakt mit dem Isis-Kult. In der römischen Republik und zu Anfang des Kaiserreiches, zuletzt unter Tiberius, teilweise verboten, etabliert sich der Isis-Kult endgültig unter Kaiser Caligula im römischen Imperium.

Der deutsche Journalist, Verleger, Publizist und Gründer des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, Rudolf Augstein, schreibt in seinem Artikel Ein Mensch namens Jesus: «Das Alte Testament ist die wichtigste, aber nicht die einzige Quelle für die Geburtsgeschichte. Die Vorstellung, Jesus sei als Gottes Sohn durch wunderbare Zeugung zur Welt gekommen, ist für Juden absurd. "Sie stammt aus dem Polytheismus und ist im Alten Orient und im Hellenismus weit verbreitet", so der "Grundriss der Theologie des Neuen Testaments" von Hans Conzelmann und Andreas Lindemann. Da gab es beispielsweise den Glauben, dass die ägyptischen Pharaonen, der makedonische König Alexander der Grosse, der römische Kaiser Augustus und die griechischen Philosophen Pythagoras und Plato von Gott gezeugt seien.»

Vor 3500 Jahren wurden auf den Wänden des Tempels von Luxor in Ägypten Bilder eingraviert, welche die Verkündung der unbefleckten Empfängnis, die Geburt und die Verehrung von Horus zeigen. Die Bilder beginnen mit Toth, welcher der Jungfrau Isis verkündet, dass sie empfangen wird einen Sohn. Dann wird die Jungfrau vom heiligen Geist des Osiris geschwängert. Wie in der christlichen Weihnachtsgeschichte sind auf den Wänden des ägyptischen Tempels die jungfräuliche Geburt und deren Verehrung zu sehen.