Der Mordfall Jesus

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Büste des Ptolemaeus im Louvre
25 historische Ereignisse machen den historischen Jesus sichtbar



DER MORDFALL JESUS





25 HISTORISCHE EREIGNISSE MACHEN DEN HISTORISCHEN JESUS SICHTBAR

um 50 vor Christus (Stammbaum Jesu, väterlicherseits)
Geburt von Juba II.

40 vor Christus (Stammbaum Jesu, mütterlicherseits)
Geburt von Kleopatra Selene

um 11 vor Christus (Mariä Heimsuchung)
Juba II. schwängert Kleopatra Selene

um 10 vor Christus (Geburt Jesu)
Geburt von Prinz Ptolemaeus von Mauretanien

um 8 vor Christus (Die Weisen aus dem Morgenland)
Die Söhne Herodes’ des Grossen, Antipatros, Alexandros und Aristobulos, lehnen sich gegen ihren Vater auf und reisen vermutlich nach Mauretanien zu König Juba II. und Königin Kleopatra Selene

7 und 4 vor Christus (Der Kindermord)
Herodes der Grosse lässt 7 v. Chr. seine Söhne Alexandros und Aristobulos und 4 v. Chr. seinen Sohn Antipatros hinrichten

Anker23. März 5 vor Christus (Krönung Mariens)
Tod von Königin Kleopatra Selene

1 nach Christus (Flucht nach Ägypten)
Juba II. verlässt Mauretanien und heiratet die kappadokische Prinzessin Glaphyra

4 nach Christus (Rückkehr nach Nazareth)
Juba II. lässt sich von Glaphyra scheiden und kehrt nach Mauretanien zurück

5 nach Christus (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)
Ptolemaeus erscheint auf den Münzen seines Vaters König Juba II.

23 nach Christus (Taufe Jesu)
Tod von König Juba II.; Ptolemaeus wird König von Mauretanien

23/24 nach Christus (Versuchung Jesu)
Ptolemaeus besiegt zusammen mit Publius Cornelius Dolabella die Garamanten und Tacfarinas und wird dafür mit einem Triumpfzug in Rom geehrt

28/29 oder 31/32 nach Christus (Enthauptung des Täufers)
Hinrichtung Johannes des Täufers

36 bis 40 nach Christus (Jesus vor Pilatus)
Pontius Pilatus wird als Präfekt in Judäa und Samaria abgesetzt und kehrt nach Rom zurück

39 nach Christus (Verabredung des Judas)
Herodes Antipas geht nach Rom, um von Caligula den Königstitel zu erhalten, wird von Herodes Agrippa I. angeklagt und nach Südgallien verbannt

39/40 nach Christus (Einzug in Jerusalem)
Gesandtschaft der alexandrinischen Juden nach Rom zu Kaiser Caligula mit den zwei Brüderpaaren Philon von Alexandria, Tiberius Iulius Alexander (Vater) sowie Tiberius Iulius Alexander (Sohn) und Marcus Iulius Alexander

39 bis 42 nach Christus (Reinigung des Tempels)
Publius Petronius ist Statthalter der Provinz Syrien; er soll eine Statue von Caligula im Tempel von Jerusalem aufstellen

Frühjahr 40 nach Christus (Erste Missionsreise des Paulus)
Publius Petronius bricht von Antiochia auf und zieht durch Phönikien nach Ptolemais

40 nach Christus (Verleugnung des Petrus)
Festnahme von Tiberius Julius Alexander (Vater) durch Kaiser Caligula in Rom

40 nach Christus (Kreuzigung Jesu)
König Ptolemaeus von Mauretanien wird in Rom ermordet

Spätherbst 40 nach Christus (Zweite Missionsreise des Paulus)
Publius Petronius bricht von Ptolemais auf, zieht nach Tiberias und verhandelt mit Aristobulos und Helkias dem Grossen

40/41 und 45/46 nach Christus (Wunderbare Brotvermehrung)
Hungersnot in Palästina, Hilfe durch Helena, Königin von Adiabene

Januar 41 nach Christus (Dritte Missionsreise des Paulus)
Caligula befiehlt Publius Petronius den Selbstmord; der Befehl zum Selbstmord erreicht Publius Petronius aber erst nach Caligulas Tod

42 nach Christus (Das Letzte Abendmahl)
Geheime Versammlung in Tiberias mit den Teilnehmern Herodes Agrippa I., Herodes von Chalkis, Polemon II. von Pontos, Kotys von Kleinarmenien, Antiochos IV. von Kommagene und Sampsigeramos von Emesa

44 nach Christus (Ende des Verräters)
Tod von Herodes Agrippa I.



«Von keinem Buch der Bibel, dem Alten wie dem Neuen Testament, existiert ein Originalmanuskript», schreibt Werner Koch 1966 in der Zeit. «Ob Moses oder die Propheten tatsächlich und wörtlich das gesagt haben, was man heute von ihnen weiss, ist zweifelhaft, und wenn sie es tatsächlich und wörtlich so gesagt haben sollten, lässt es sich nicht mehr beweisen. Die Bibel hat recht für den, der glaubt; wer ihr nicht glaubt oder ihr nicht glauben will, kann ihre historische Glaubwürdigkeit mit guten Gründen bezweifeln.»

«Obschon fast alle Bücher des sogenannten Alten Testaments zwischen dem achten und dem zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung entstanden sind, gab es schon im ersten Jahrhundert vor Christi Geburt keine Originalmanuskripte mehr, nur noch Kopien», schreibt Koch weiter. «Der älteste uns überlieferte Text des Alten Testaments ist eine Schriftenrolle des Buches Isaias, die in einer Höhle am Toten Meer gefunden wurde; die Historiker datieren das Manuskript ins erste Jahrhundert vor Christi Geburt. Die älteste vollständige, griechisch geschriebene Bibel ist der Codex Vaticanus – aus dem vierten Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung –, und der älteste Beleg aus dem Neuen Testament ist ein Papyrusstück, das etwa 135 Jahre nach der Geburt Christi geschrieben wurde und einige Zeilen aus dem Evangelium des Johannes enthält.»

«Die Bibel ist eine Auswahl von Dokumenten, die bezeugen, was Jahrzehnte oder Jahrhunderte vorher geschehen sein soll. Sie ist, so wie sie heute vorliegt, ein von den Kirchen sanktionierter Extrakt historischer Zeugnisse; was „sanktionsfähig“ ist, bestimmt das jeweilige kirchliche Reglement. Die katholische Kirche anerkennt zahlreiche Schriften, die von den Protestanten nicht gleichermassen gebilligt werden, und für die jüdische Bibel existiert das Neue Testament überhaupt nicht.»

«Nur die Autoren und Redaktoren des Neuen Testaments wissen von der Geburt, dem Leben und dem Sterben des Jesus von Nazareth zu berichten», schreibt Koch weiter. «Die zeitgenössischen Geschichtsschreiber nehmen keine Notiz davon. Paulus hat den historischen Jesus nicht gekannt, und die Evangelisten geben über sein Leben sich widersprechende Auskünfte. Es ist nicht nachweisbar, dass Jesus in Bethlehem geboren wurde; und wenn man es annimmt, so ist ungewiss, ob das Dorf Bethlehem im Lande Judäa oder das im Lande Galiläa gemeint ist. Und ebenso gut lässt sich behaupten, Jesus sei in Nazareth geboren worden. Der Kindermord des Herodes ist ausserhalb der Evangelien nirgends registriert. Das Geburtsjahr Jesu ist fraglich. Das Todesjahr Jesu weiss man nicht. Die Namen der zwölf Jünger sind nicht einheitlich überliefert. Weder Paulus noch Markus kennen das Vaterunser. Nach Matthäus wohnen die Eltern Jesu in Bethlehem und ziehen nach Nazareth, nach Lukas dagegen wohnen sie in Nazareth und ziehen nach Bethlehem. Nach Matthäus findet die Himmelfahrt Jesu in Galiläa statt, nach Lukas auf dem Ölberg in Jerusalem.»

Jesus von Nazareth, der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes, fasziniert oder missfällt Christen oder Nichtchristen auf der ganzen Welt. Viele sehen in ihm den Heilsbringer, andern ist er ein «Revoluzzer», Symbolgestalt für gewaltsamen Widerstand gegen Unterdrückung. Wieder andere bestreiten, dass er je existiert hat, da es keine stichhaltigen Beweise dafür gebe, geschweige denn solche für seine Wundertaten.

Die Evangelisten haben dazu beigetragen, dass Jesus von Nazareth für eine grosse Mehrheit nur noch als Sagenfigur gesehen wird, als eine kraftvolle, in dichterischer Freiheit faszinierend gestaltete Kunstfigur, die jedoch nie gelebt habe.

Doch es gab ihn wirklich, den historischen Jesus. Allerdings lebte er nicht unter seinem Namen Jesus. Es gab auch Simon Petrus, Andreas, Jakobus und die anderen Apostel. Die Evangelisten, die Jesus persönlich gekannt hatten, mussten sich und den Protagonisten eine falsche Identität geben, weil sie sonst von den Römern verfolgt worden wären. Auch mussten sie die Tatorte zum Teil in andere Gegenden verlegen, um nicht ins Blickfeld der Mörder zu gelangen.

Es gab den Kindermord des Herodes, es gab den Mord an Jesus und es gab das Letzte Abendmahl. Die Beweise dafür sind in diesem Traktat zusammengetragen. Die Kombination von historischen Ereignissen und die zum Teil familiären Bindungen der Protagonisten und Antagonisten ermöglichen, den Ablauf des Geschehens zu verstehen.

Meine über Jahre dauernde Forschung zeigt einen Jesus, der nur beschränkt dem Manne entspricht, der uns aus den Evangelien, der Apostelgeschichte oder den zahlreichen Briefen bekannt ist. Die wahre Identität der Protagonisten und Antagonisten in die neutestamentlichen Schriften einzubeziehen, war für die Autoren und Redaktoren aus den oben genannten Gründen nicht möglich.

Ich habe nachrecherchiert und als Einziger herausgefunden, was damals geschah. Ich habe niedergeschrieben, was in anderen Büchern weggelassen, vergessen und übersehen wurde. Ich habe alles, was im Laufe der Überlieferungen verdreht wurde, wieder richtiggestellt. Ich habe die Geschichte hinter der grössten Geschichte aller Zeiten nach 2000 Jahren neu beleuchtet. Das kann jeder behaupten! Urteilen Sie selbst.

In diesem Traktat habe ich den Gestalten Maria und Josef, Jesus und Maria Magdalena, Simon Petrus und Paulus das Legendenhafte genommen, ihre einstige Existenz bewiesen. Ich habe die Männer und Frauen, die in einer Beziehung zu Jesus standen, nicht aufgrund der Überlieferungen beschrieben, sondern die Persönlichkeiten dieser Menschen in ihrem historischen Wirkungs- und Beziehungskreis erfasst. Dazu dienten mir historische Ereignisse, die zum Teil unbeachtet geblieben waren. Nicht nur Ereignisse in Palästina, sondern auch solche im Königreich Mauretanien, in Alexandria und in Rom.

Das Sichten und in Beziehungsetzen des Quellenmaterials nahm Jahre in Ansprach. Die Mühe hat sich gelohnt, das Ergebnis beweist es. Jesus war nicht der einfache Sohn eines Zimmermanns, Simon Petrus nicht der unauffällige Fischer am See Genezareth und Paulus nicht der grausame Christenverfolger, bevor er zum «Völkerapostel» berufen wurde.

Die Männer des Neuen Testaments – und auch die Frauen, denn das Urchristentum war nicht allein Sache der Männer – treten in unser Blickfeld. Motive des Handelns, machtpolitische und wirtschaftliche Verhältnisse werden sichtbar und lassen die Ereignisse in ihrer ganzen Tragweite erscheinen.

Zur Vorgeschichte der Anfangszeit des Christentums gehört der Mord an Königin Kleopatra in Ägypten am 12. August 30 vor Christus. Das historische Ereignis zeigt, wie Octavian, der spätere Kaiser Augustus, und seine Nachfolger auf dem römischen Thron ihr öffentliches Bild manipulierten und wie sie falsche Meldungen lancierten.

Der Kindermord des Herodes ist durch zeitgenössische Hinweise gestützt, allerdings nicht so, wie er im Neuen Testament beschrieben wird.

Die Enthauptung Johannes des Täufers wird bewiesen als eine Tat, die einen Umsturzversuch nach sich zog.

Ich kann die bedeutsame Rolle der Provinzkönige und den roten Faden aufzeigen, die zum Königsmord in Rom führten.

Ich kann den Weg vom Mythos zurück zur Realität aufzeigen, ohne dass diese an Symbolwert verliert.