Aristobulos

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Balthasar
Aristobulos (* um 35 v. Chr.; † 7 v. Chr. in Sebaste) ist ein Sohn des jüdischen Königs Herodes und seiner zweiten Frau, der hasmonäischen Prinzessin Mariamne. Sein älterer Bruder Alexandros stammt ebenfalls aus dieser Ehe. Beide Söhne gelten lange Zeit als Thronfolger, werden aber 7 v. Chr. auf Veranlassung ihres Vaters wegen angeblicher Umsturzpläne hingerichtet.

Mariamne, die Mutter von Alexandros und Aristobulos, ist eine Tochter der Hasmonäerin Alexandra und deren Vetter Alexandros. Ihre Urgrossmutter ist die jüdische Königin Salome Alexandra.

Ein traumatisches Erlebnis für Alexandros und Aristobulos, das ihr ganzes Leben prägen (und schliesslich zerstören soll) ist die Hinrichtung ihrer Mutter Mariamne durch ihren Vater Herodes 29 v. Chr. wegen angeblicher Untreue.

Gemeinsam mit seinem Bruder Alexandros wird Aristobulos um 22 v. Chr. nach Rom gesandt und dort zunächst im Haus des Privatmanns Pollio erzogen. Später erhalten die Brüder Wohnungen direkt im Palast des Kaisers Augustus. Sie bleiben insgesamt etwa fünf Jahre in Rom.

Bei ihrer Rückkehr nach Judäa 17 v. Chr. werden der 18-jährige Aristobulos und sein 19-jähriger Bruder Alexandros von der jüdischen Bevölkerung freudig begrüsst. Beide Brüder sind wegen ihrer Schönheit und stattlichen Statur sowie wegen ihrer Abstammung von dem früheren hasmonäischen Königshaus bei allen nationalgesinnten Juden sehr beliebt.

Die selbstbewussten Ankündigungen der beiden Brüder, den Tod ihrer Mutter Mariamne eines Tages rächen zu wollen, lösen allerdings bei all denjenigen am königlichen Hof, die zu der Verurteilung und Hinrichtung Mariamnes beigetragen haben, höchste Besorgnis für ihre eigene Sicherheit aus. Darunter sind Salome, die Schwester des Herodes, und Pheroras, sein Bruder.

Aufgrund des zweideutigen und ungeschickten Verhaltens von Alexandros und Aristobulos, die den Stolz auf ihre hasmonäische Herkunft offen zur Schau tragen und die Familienangehörigen, die aus Idumäa stammen, ihre Geringschätzung spüren lassen, aber auch infolge von gegen sie gesponnenen Intrigen kühlt sich in der Folgezeit ihr Verhältnis zu ihrem Vater Herodes ab.

Herodes antwortet auf diese Entwicklung mit einer Rückberufung seines ältesten Sohnes Antipatros aus der ersten Ehe mit Doris an den Königshof, wo er nun (13 v. Chr.) auch diesen als möglichen Thronfolger behandelt in der Erwartung, dass Alexandros und Aristobulos sich nun besinnen und etwas bescheidener verhalten würden. Es tritt allerdings das Gegenteil ein: Alexandros und Aristobulos reagieren mit Empörung und entfremden sich noch weiter von ihrem Vater. Antipatros seinerseits nutzt die Situation, um – wo er nur kann – Verdacht gegen die Hasmonäerabkömmlinge zu schüren.

11 v. Chr. werden beide Brüder von ihrem Vater Herodes in Aquileia vor Kaiser Augustus angeklagt, der aber durch seine Vermittlung eine Versöhnung der Familie erreicht.

Drei Jahre später jedoch werden die Brüder erneut mit einer Anklage wegen Verschwörung gegen den König konfrontiert. Dieses Mal interveniert jedoch König Archelaos von Kappadokien, der Schwiegervater des Alexandros und erreicht eine Wiederversöhnung.

Eine dritte Anklage gegen die beiden Brüder, die von intriganten Aktionen des lakedämonischen Abenteurers Eurykles ausgelöst wird, erweist sich schliesslich für Arisobulos und seinen Bruder Alexandros als fatal. Mit Erlaubnis von Kaiser Augustus werden die beiden Prinzen vor einen Gerichtshof in Beirut gestellt, bei dessen Beratungen sie weder anwesend sein dürfen noch sich verteidigen können. Kurz nach ihrer Verurteilung werden sie in Sebaste 7 v. Chr. erdrosselt.

Ist Aristobulos identisch mit Balthasar, einem der Drei Heiligen Könige? Balthasar, der Weihrauch als Geschenk mitführt, wird als König dargestellt, der aus dem Orient anreist.